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balsam
Bottrop hat Ausfallstraßen, die, man glaubt es kaum, direkt ins Grüne führen, höchstens alle 10 Minuten kommt einem mal ein Auto entgegen, meistens spätnachts, zu Beginn des Wochenendes, wenn sich das Ruhrgebiet vormacht, daß das Leben in seinen Zentren stattfindet. Öfter fuhr ich mit Freunden diese Strecke, um BALSAM, der Band um Alex Olk, beim Proben zuzuhören. Nicht, daß es mir an sinnvollem Zeitvertreib fehlt, aber jetzt, wo ich ernsthaft darüber nachdenke, wird mir klar, daß dies ein Ritual ist, gleich dem, alle paar Wochen zu einer Chris Cacavas LP zu greifen.
Jenseits von Begriffen wie "Neo Folk" oder dem momentan so beliebten "Americana" ist es vielmehr eine bestimmte Sehnsucht, die einen umtreibt, wenn man eine Art von Songs sucht, die in ihrer unspektakulären Einfachheit kaum für die Hochglanz- Musikmagazine von Interesse zu sein scheinen.
Klar, Balsam sind nicht unbeeinflußt vom Krach der 90'er, auch in Bottrop hat man mit glasigen Augen Nirvana gehört und auf der Gitarre rumgeknüppelt, und das mit der gleichen Energie, mit der Alex heute seine selbstreflektiven, sentimentalen Songs schreibt.
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